Die Schwitzhütten-Zeremonie

Die Tradition der Schwitzhütten reicht lt. Literatur bis in die Steinzeit zurück und konnte bei einigen nativen Völkern bis heute bewahrt werden. Aus der keltischen Literatur weiß man, dass diese Zeremonie auch bei uns gelebt wurde. Die irischen Schwitzhäuser (teach – an – alais) wurden zum Beispiel zu Heilzwecken und auch zur spirituellen Reinigung genutzt. Die heutige Sauna ist ein stark reduziertes Überbleibsel davon.

Da wir hier in der Buckligen Welt im ehemaligen Norikum auf Keltenland (siehe z.B. Keltische Höhensiedlung Schwarzenbach) leben, liegt es auf der Hand, eine keltisch-druidische bzw. keltisch-schamanische Heilzeremonie in regionaler und zeitgemäßer Form zu feiern und dadurch auch wieder unsere Wurzeln zu stärken.

Die Hütte besteht aus einem Gerüst aus bestimmten heimischen Hölzern, wie z.B. Hasel, Weide oder Esche. Der gesamte Platz und auch die Hütte wird nach den Himmelsrichtungen, die verschiedene Qualitäten aufweisen, ausgerichtet. Die verwendeten Steine sind üblicherweise zu einem großen Anteil Basaltsteine, können aber je nach Veranstaltungsort auch vor Ort besorgt werden um die regionale Energie entsprechend einzubinden. Das verwendete Wasser wird üblicherweise ebenso aus regionaler Quelle besorgt.

Abgesehen von einem anständigen Frühstück verbringen wir den Tag bis nach der Schwitzhütte fastend (Wasser, Tee und Obst sind erlaubt). Um gemeinsam alles vorzubereiten und uns auf die bevorstehende Zeremonie einzustimmen treffen wir uns zum angegebenen Zeitpunkt am jeweiligen Veranstaltungsort.

Wir decken gemeinsam die Hütte mit Decken ab, legen unsere Anliegen in die Steine und entzünden das heilige Feuer. Wenn die Steine heiß genug (“reif”) sind, begeben wir uns in die Hütte, wo wir im Allgemeinen 4 Runden verbringen. In jeder Runde kommt eine bestimmte Anzahl heißer Steine in die Hütte. In Abhängigkeit vom Gesamtthema der Hütte (z.B. Jahreskreisfest, Partnerhütte, Familienhütte, Elementehütte, Transformationshütte, Baumhütte, …) ist jede der Runden einem bestimmten Thema gewidmet.

Die Zeitspanne, die wir in der Hütte verbringen, liegt üblicherweise zwischen 1,5 – 3 Stunden. Danach schließen wir mit einem gemeinsamen Essen zu Ehren unserer Unterstützer (Ahnen, Spirits, …). Mehr wollen wir gar nicht vorwegnehmen. Lass dich überraschen und wage diesen Schritt in ein neues Leben.

Was benötige ich:

  • 2 Badetücher
  • Sitzunterlage, Bademantel, Schlapfen
  • Geeignete Kleidung und festes Schuhwerk je nach Wetter (wir sind den ganzen Tag draußen und es kann auch zu Funkenflug durch das Lagerfeuer kommen)
  • Schwitzhüttenkleidung wie z.B. Badehose, Bikini ein Tuch zum Umbinden (beim Eintreten und Verlassen der Schwitzhütte wird Bekleidung getragen. In der stockfinsteren Schwitzhütte kann man diese je nachdem wie man möchte auch ablegen)
  • Essgeschirr für das nachfolgende Ritualessen
  • Alkoholfreie Getränke für dich (Trinkwasser ist ausreichend vorhanden)
  • Selbstgemachtes oder selbstgekauftes Essen (pikant und wer möchte auch süß), das für das nachfolgende gemeinsame Ritualessen zur Verfügung gestellt wird
  • Taschenlampe / Stirnlampe
  • Falls vorhanden: Trommel, Rassel
  • Persönliche Kraftgegenstände, die am Mutter Erde Altar aufgeladen werden können
  • Ein kleines Dankeschön für unsere Feuerfrau (bzw. unseren Feuermann). Gerne gesehen ist z.B. Met, Selbergemachtes, Selbergekauftes oder was man sonst gerne geben möchte.
  • Kostenpunkt: 65 € pro Person (exkl. Verpflegung & Übernachtung)
  • Auch über Sachspenden wie Wolldecken, weiße Stoffleintücher und verräucherbare Kräuter bzw. über geeignetes Räucherwerk freuen wir uns sehr.

Die Schwitzhüttenzeremonie dient der Reinigung und Heilung, aber auch der Kontaktaufnahme mit unseren Spirits, unseren Ahnen und ganz besonders mit unserer Seele.

Schon vor unserer Geburt manifestierte unsere Seele unseren Körper (und unseren Geist) und inkarnierte in diesen. Wir wurden dadurch genauso wie wir sein sollten. Oft entfernen wir uns im Laufe unseres Lebens jedoch von diesem “Ich sein” zunehmend, was meist unbewusst oder manchnmal auch bewusst geschieht und die verschiedensten negativen Auswirkungen haben kann. Wir gelangen also aus unserer Mitte und hören unsere innere Stimme bzw. die Stimme unserer Seele und auch die Stimmen unserer Geister nicht mehr oder nur mehr schwach. Unsere Verbindung nach Innen, unser “Ich sein”, der Draht zum Göttlichen in uns, wird schwächer.

Durch die Schwitzhüttenzeremonie kehren wir zurück zu unserer Mitte und können diese Verbindung wieder stärken. Dabei begeben wir uns in den Bauch von Mutter Erde oder anders gesagt, in das Dunkel, in die Wärme und in die Geborgenheit, in der wir nur noch sind und loslassen dürfen. Loslassen von allen Ängsten, Zwängen, “Unzulänglichkeiten”, Sorgen und Krankheiten.

Wir werden neu “ausgebrütet”, “wir braten in unserem Saft”, wir brennen alles weg und werden gereinigt, bis wir mit dem Hinaustreten aus der Hütte am Ende der Zeremonie wieder neu und heil geboren werden. Natürlich hängt es auch davon ab, inwieweit man bereit ist, loszulassen bzw. diesen Schritt zu gehen. Durch die Dunkelheit, Hitze und Geborgenheit bzw. durch den auf sich gerichteten Fokus wird dieser Prozess jedoch stark untersützt.

In unserer heutigen Zeit, in der wir vielen unnatürlichen und stressigen Situationen ausgesetzt sind, ist es besonders empfehlenswert, regelmäßig im Sinne des eigenen Wohlbefindens an einer derartigen Zeremonie teilzunehmen.

Laut Literatur dürften die ersten schwitzhüttenähnlichen Bauten bereits vor etwa 600.000 Jahren errichtet und verwendet worden sein. Fundiertere Hinweise der Verwendung von Schwitzhütten durch die Indogermanen sollen zumindest bis 3.000 v. Chr. zurückreichen, wo diese bereits einen wichtigen Stellenwert gehabt haben soll.

Leider ist uns in Europa ein Großteil dieser Tradition verloren gegangen und kann andeutungsweise maximal noch in unserer heutigen Saunakultur wiedererkannt werden. Es sei allerdings gleich gesagt, dass eine Sauna (auch wir sind begeisterte Saunageher) jedoch keinesfalls mit einem Schwitzhüttenbesuch vergleichbar ist. Einerseits deshalb, da bei der Sauna der spirituelle Aspekt und im Sinne dessen das Auseinandersetzen mit sich selbst (was eine sehr heilsame und manchmals nicht ganz einfache Herausforderung darstellt) fehlt, und andererseits deshalb, da eine Schwitzhütte üblicherweise zumindest mehr als 1,5 Stunden, oft aber auch über viele Stunden, gehen kann.

Da nun wieder eine Zeit angebrochen ist, in der der Mensch sich danach sehnt, sich mit sich selbst mehr auseinanderzusetzen, und wieder bereit dazu ist, auch neue (alte) Wege zu gehen, ist auch die Nachfrage nach Schwitzhüttenritualen seit den 1980er Jahren stark gestiegen.

Anfangs wurde uns der Großteil der Rituale von diversen nativen Völkern (Lakota-, Crow- und von weiteren Indianerstämmen, aber auch aus entlegeneren Gegenden Sibiriens), welche die Schwitzhüttentradition in ungebrochener Tradition weitergegeben haben, wiedergebracht.

Mittlerweile wurden diese Zeremonien bereits auf unsere Bedürfnisse angepasst. Schamanisch Begabte konnten (und können) auch unter Kontaktaufnahme bzw. durch Anleitung aus der Geisterwelt bereits fast gänzlich neue Zeremonien entwickeln, welche sowohl besser in unsere Zeit als auch zu unserer Gegend passen.

Auch unsere Schwitzhütten sollen besonders einer europäisch-zeitgemäßen Spiritualität entsprechen und für Personen jeglicher Religion zugänglich sein, welche dazu bereit sind, sich wieder besser kennenzulernen bzw. sich selbst einen Schritt näher zu kommen.